Tischtennis ist seit jeher eine beliebte Sportart, welche vor allem im Garten oder in der Garage mittels mobiler Tischtennisplatte Anklang findet. Werfen wir also zum Anlass einen Blick auf die Historie des Tischtennis und finden heraus, wer den Tischtennissport erfunden hat, wie er früher gespielt wurde und wie er den Weg zu Olympia fand.

So hat sich die schnellste Rückschlagsportart der Welt entwickelt

Wie der Name bereits verrät, stammen die Wurzeln aus dem Tennis. Der Tennis selbst entwickelte sich aus unterschiedlichen Ballspielformen, welche schon 3000 v. Chr. vom Adel in China oder Ägypten gespielt wurden. Das Rückschlagspiel welches wir heute als Tennis kennen, entwickelte sich aus dem „Jeu de Paume“, was übersetzt „Spiel mit der Handinnenfläche bedeutet“.

Seine Blütezeit hatte der Sport in Frankreich. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert breitete sich der Tischtennis dann rasant in die umliegenden Länder, darunter auch Deutschland aus.

Vom Rasen in die Stube

Später wurde das Spiel als „Lawn-Tennis“ (deutsch: Rasen-Tennis) bezeichnet, weil es draußen auf dem Rasen gespielt wurde. Wohlhabende Männer und Frauen wollten aber auch bei schlechtem Wetter nicht auf die geliebte Sportart verzichten und verlagerten den Tischtennis dann nach drinnen auf die Tische im Salon oder im Wohnzimmer. Dazu wurde ein einfaches Seil über den Tisch gespannt. Als Schläger dienten die heute den Federballschlägern ähnlichen Spielutensilien. Zusätzlich wurde ein Netz um den Tisch gespannt, damit die Einrichtung im Raum geschützt bleibt.

Die Geburtsstunde des Tischtennis


Zunächst wurde ein Korken als Spielball verwendet, welcher rund geschnitzt wurde. Dieses Provisorium wurde dann aber schnell durch einen Gummiball ersetzt, welcher mit Flanell überzogen war. Dem Umfeld entsprechend wurde der Name nun in Raumtennis geändert.

James Gibb, ein englischer Ingenieur veröffentlichte die ersten Spielregeln im Jahr 1875 und der eigentliche Tischtennissport hatte seine Geburtsstunde. Bis heute ist man sich jedoch nicht einig, ob der Tischtennis aus England oder aus Indien stammt. Den ersten schriftlichen Nachweis gab es in England 1874.

Die kommerzielle Entwicklung bis ins Patentamt

James Gibb brachte die ersten Zelluloid-Bälle 1891 mit nach England. Die Bälle werden auch heute noch aus diesem Material gefertigt. Zur damaligen Zeit wurden diese allerdings noch aus zwei Hälften zusammengesetzt.

Dies führte unweigerlich zu einer unerwünschten Nahtstelle, welche immer wieder dafür sorgte, dass der Ball unberechenbar wegspringt. Dieses neue Ballmaterial führte zudem zu einem Geräusch, welches als „Ping Pong“ bezeichnete wurde. Jacques de Croydon, Geschäftsmann und Freund von Gibb meldete diesen Namen 1891 beim Patentamt an. Die amerikanischen Rechte verkaufte er dann an das Unternehmen Parker Brothers.

Die Verkleidungen des Ping-Pong-Balls

Der neue Ball ermöglichte zwar ein schnelleres Spiel, sorgte aber dafür, dass die langen Schläger vollkommen ungeeignet waren. Unterschiedliche Hersteller experimentierten mit den verschiedensten Bespannungen der Schläger, welche in ihrer Form den heutigen Tischtennis-Schlägern stark ähneln. Zu den Bespannungen gehörten unter anderem Leder, Fell, Schmirgelpapier, Kork und Wildschweingewebe. Der Engländer E.C. Goode kreierte dann im Jahr 1902 den ersten Schläger mit Noppengummibelag.

Der Vorreiter aus der Apotheke: Die Gummimatte

Dazu hält sich eine Legende, welche besagt dass Goode vor einem Turnier in die Apotheke ging, um sich dort eine Packung Schmerztabletten zu kaufen. Beim Bezahlen sei ihm dann angeblich aufgefallen, dass die auf den Tresen geworfenen Münzstücke auf der daraufliegenden Gummimatte hüpften, was ihn letztendlich dazu bewegte diese Gummimatte zu kaufen, um diese dann um seinen Schläger zu kleben. Das Resultat: Goode erreichte im Turnier das Finale und schlug zahlreiche bekannte Spieler.

Tischtennis wird in Berlin populär

In Deutschland wurde 1899 die Berliner Ping-Pong-Gesellschaft gegründet. Zur selben Zeit wurde in England die „Ping Pong Association“, ein nationaler Verband ins Leben gerufen. Knapp ein Jahr später wurde am Victoria-Luise-Platz in Berlin das erste Ping-Pong-Café gegründet. Sieben Jahre später wurden dann die ersten deutschen Meisterschaften ausgetragen. Dies geschah im Casino am Nollendorfplatz. Doch damit war es mit dem Zenit des Tischtennis auch schon wieder vorbei, da der erste Weltkrieg ausgetragen wurde und die beleibte Ballsportart erst danach wieder in Erscheinung trat.

Entwicklung von Material und Spieltaktik

Nachdem sich der Noppengummibelag entwickelte, überwog jahrelang das Defensivspiel: Etwa von Beginn der 20er Jahre bis Mitte der 50er Jahre. Zur damaligen Zeit wurde ausschließlich zwischen dem Abwehr- und dem Angriffsschlag unterschieden, da die Bälle zu diesem Zeitpunkt nur bedingt mit Spin gespielt werden konnten. Dies ist auf das bis dahin verwendete Schlägermaterial zurückzuführen.

Das Offensivspiel dominierte dann immer mehr im Anschluss an diese Zeit. Zu dieser Zeit kamen die neuen Softbeläge auf und die Spieler hatten damit mehr Möglichkeiten, dem Ball ordentlich Spin zu verleihen. Der zusätzliche Schwammbelag ermöglichte es außerdem, das Spieltempo zu erhöhen. Zu Beginn der 60er Jahre wurde der Topspin entwickelt, welcher von Erich Arndt, dem ersten Deutschen sicher gespielt wurde.

In den 80er Jahren brachte die Frischklebemethode dann noch einmal neuen Schwung in den Tischtennissport, wodurch das Tempo weiter angezogen werden konnte. Auch dem Handgelenkseinsatz wurde zunehmend an Bedeutung beigemessen, um Spin und Schnitt zu verstärken. Die „Asiatische Vormachtstellung“ konnte mit dieser Neuheit von Europa gebrochen werden.

Der mühsame Start in die Bundesliga

In ihre erste Saison startete die Bundesliga am 10.11.1966. Doch bis es soweit war, galt es einen steinigen Weg zu begehen, denn zunächst schmückten lediglich die Oberligen den Tischtennissport, welche sich darin schnell als Eliteklassen etablierten. Dies war allerdings nur von kurzer Dauer, denn in den 60er Jahren kam schnell der Wunsch auf, eine bundeseinheitliche Spielklasse ins Leben zu rufen, welche sich aus den Reihen des DTTB, sowie Regional- und Mitgliederverbände zusammensetzte.

Dies war primär auf die rückläufigen Zuschauerzahlen und das überschaubare Medieninteresse zurückzuführen. Im Jahr 1965 sprachen sich die Sportwarte für die Bundesliga-Gründung aus, nachdem das Wie, Wann und Wo geklärt wurde. Der Ausschuss des Deutschen Tischtennis Bundes (DTTB) publizierte die Festlegung, dass die vier Oberliga-Meister und die vier Gruppensieger, welche aus einem Qualifikationsspiel hervorgingen, in der Bundesliga spielen dürfen.

Tischtennis wird zur olympischen Disziplin

Im Jahr 1981 wurde von der 84. Vollversammlung des Olympia-Komitees beschlossen, dass der Tischtennis als 22. Sportart (Tennis als 23. Sportart) ab dem Jahr 1988 Einzug in die Olympiade finden darf. Dabei sollte in vier Wettbewerben gespielt werden:

Herren-Einzel
Damen-Einzel
Herren-Doppel
Damen-Doppel

Das Komitee ließ dabei keine Mixed- und Mannschaftskämpfe zu. Aber nicht nur die Qualität und die Popularität einer Sportart gelten als Rechtfertigung für die Olympia-Aufnahme. Auch der traditionelle, der historische und der regionale Hintergrund spielt eine Rolle. Bis dato haben es nur zwei Olympia-Medaillen im Tischtennis nach Deutschland geschafft: Im Jahr 1996 brachte Jörg Roßkopf die Bronzemadaille im Herren-Einzel aus Atlanta nach Deutschland.

Im Jahr 1992 mussten sich Jörg Roßkopf und Steffen Fetzner im Herren-Doppel mit der Silbermedaille zufrieden geben, nachdem diese gegen die Chinesen Wang Tao und Lu Lin eine Niederlage kassierten. Tim Boll erreichte im Jahr 2004 in Atlanta nur das Viertelfinale.

Bedeutende Spielerpersönlichkeiten im Tischtennis

Konrad „Conny“ Freundorfer (*09.11.1936, 07.05.1988)

Conny gilt als leibhaftiger Rohdiamant, welcher in den Jahren 1947, 1948 und 1949 zum nationalen Aushängeschild des deutschen Tischtennissports reifte und dafür sorgte, dass die Sportart enorm an Popularität gewann. Im Jahr 1950 nahm der spielbesessene Konrad F. Zum ersten Mal an der Deutschen Jugendmeisterschaft teil, wo er sich bis ins Endspiel kämpfte. Leider ohne Erfolg, denn hier musste Conny eine Niederlage einstecken.

Eberhart „Mr. Pokerface“ Schöler (*22.12.1940)

Seinen Zenit an Popularität erreichte Mr. Pokerface bei der Weltmeisterschaft im Jahr 1969, welche in der Eissporthalle München ausgetragen wurde. Schöler galt seinerzeit als Defensivkünstler, der sich im Endspiel seinem Gegner Shigeo Ito stellte und dieses leider verlor. Neben der daraus gewonnen Silbermedaille konnte Schöler aber noch weitere Erfolge erzielen. Zum Beispiel in den Jahren 1965 und 1967, in denen er den dritten Platz belegte.

Tischtennis Geschichte, Entstehung & Entwicklung

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